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Heilpädagogischer Fachtag - Was ist uns wichtig? Perspektiven aus den Hilfen für Menschen mit Behinderung

Bild von Mitwirkenden im Begegnungsraum, Menschen auf Stühlen im Kreis
In "Begegnungsräumen" diskutierten kleinere Gruppen mit den Referentinnen und Referenten

Am 6.07.2022 veranstaltete die EVHN  den ganztägigen Fachtag „Was ist uns wichtig? - Perspektiven aus den Hilfen für Menschen mit Behinderung“. Rund 50 Fachkräfte nahmen an der Veranstaltung teil und diskutierten gemeinsam zu unterschiedlichen Themenbereichen der Heilpädagogik. Sechs Referentinnen und Referenten stellten unterschiedlichste Perspektiven der heilpädagogischen Arbeit vor. Themen waren u.a. Inklusion – Was fehlt zum Gelingen?, Inklusion – Das ist mir wichtig!, Entwicklungsfreundliche Beziehung – Basis der heilpädagogischen Arbeit, Herausforderungen von Erwachsenen aus dem Autismus-Spektrum im beruflichen Einstieg – Wir sind dabei!, Kinder und Jugendliche mit ADHS – Stören wir Euch?

Dr. Gerald Klenk von der Lernwirkstatt Inklusion (Feucht) stellte sich in seinem Vortrag zum Thema Inklusion der Frage, was wir für die Zukunft brauchen, damit Inklusion in unserer Gesellschaft nicht mehr nur als Aufruf, sondern als Alltag erlebt wird. Durch einen kritischen Blick auf die aktuellen gesellschaftlichen Strukturen zeigte er die Lücken auf, die Inklusion nach wie vor eher zur Ausnahme machen. Ferner wies er aber auch auf den Effekt einer inklusiven Haltung jedes Einzelnen hin, den wir für eine inklusive Zukunft brauchen.

Aus der Perspektive „Nothing about us without us“ ergänzte die Insights-Referentin Andrea Halder in ihrem Beitrag, was für Menschen mit Behinderung wichtig ist, um Inklusion zu erfahren. Über ihre persönlichen Erlebnisse, Erfahrungen und Begegnungen konnte sie sehr konkret aufzeigen, wo aus ihrer Sicht noch Lücken zu füllen sind.

Die Referentinnen Dr. Barbara Senckel und Ulrike Luxen (beide Psychologinnen) erinnerten in ihrem Vortrag an die Basics der (heil-)pädagogischen Arbeit: die entwicklungsfreundliche Beziehung. Dabei stellten sie das ressourcenorientierte Konzept der entwicklungsfreundlichen Beziehung (EfB) sowie die diagnostischen Möglichkeiten des befindlichkeitsorientierten Entwicklungsprofils für normalbegabte Kinder und Menschen mit Intelligenzminderung (BEP-KI) vor.

Nach der Mittagspause mit vielen interessanten Gesprächen teilte Matthias Kraupner als Fachberater für Autismus (Integrationsfachdienst Nürnberg) seine Erfahrungen in der Arbeit mit Erwachsenen aus dem Autismus-Spektrum beim beruflichen Einstieg. Neben den Herausforderungen für den beruflichen Einstieg zeigte er dabei unterschiedlichste Faktoren zum Gelingen auf. Auf diesen Beitrag folgte dann nochmals ein Perspektivenwechsel hin zu der Frage: Kinder und Jugendliche mit ADHS – Stören wir Euch? Der Vorstand des ADHS Netzwerk (Nürnberg-Fürth-Erlangen), Philip Höhn, zeigte in seinem Beitrag dazu verschiedene Wege für einen gelingenden Umgang im Miteinander auf. Dabei zeigte sich auch hier, dass die Bereitschaft für gegenseitigen Austausch und das wertfreie Verstehen-Wollen unverzichtbar sind. Mit all diesen Impulsen konnten die Teilnehmenden dann am späteren Nachmittag die Diskussionen in den Begegnungsräumen mit den Referierenden vertiefen. 

Die Organisatorin des Fachtages, Prof. Dr. Birgit Mayer-Lewis, resumierte zum Abschluss des Fachtages, dass über die gemeinsame Diskussion, die vielen Impulse und das Teilen wertvoller Gedanken der Fachtag einen Beitrag dazu leisten konnte, "unser eigenes pädagogisches Handeln zu reflektieren und Impulse für die Weiterentwicklung einer achtsamen und inklusiven Gesellschaft mitzunehmen."

 

Text: Prof. Dr. Birgit Mayer-Lewis, Studiengangsleiterin Bachelor Heilpädagogik Kontakt www.evhn.de/birgit.mayer-lewis    -    Programm des Fachtags www.evhn.de/fachtag-heilpaedagogik2022

Informationen zum Studiengang: www.evhn.de/heilpaedagogik