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Gleiche Chancen für alle auf dem ersten Arbeitsmarkt. Realität, Vision oder Mission?

Studierende im Master Sozialmanagement auf Bildungsexkursion, Foto von Studierenden
Studierende im Master Sozialmanagement auf Bildungsexkursion

Eine Bildungsexkursion von Studierenden des Masterstudiengangs Sozialmanagement. Eine Studentin berichtet: "Jeden Tag kämpfen Menschen mit Behinderung um gesellschaftliche Teilhabe und um Gleichstellung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Welche gesetzlichen Regelungen, Voraussetzungen für Unterstützungsangebote, Best Practice Beispiele, aber auch Vorurteile, Schwierigkeiten und Hürden gibt es auf dem Weg zur Gleichstellung? Mit diesen Themen haben sich Studierende des Masterstudiengangs Sozialmanagement im Rahmen der selbstorganisierten, dreitägigen Bildungsexkursion im November 2021 nach München beschäftigt.

Im Vordergrund stand die Fragestellung: Welche Chancen gibt es für Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt? Das Ziel der Bildungsexkursion war es in den Kontakt und Austausch mit verschiedenen Organisationen, die Menschen mit Behinderung beschäftigen, zu treten, einen offenen Austausch zu schaffen, Anregungen, Informationen und Best Practice Beispiele zu sammeln, um diese Erfahrungen später in der eigenen beruflichen Praxis anwenden zu können.

Dies ist den Studierenden – trotz der Corona bedingten Hürden – mehr als gelungen. Viele der von den Studierenden ausgewählten Organisationen und Unternehmen haben sich bereit erklärt, die Studiengruppe nach München einzuladen und in den persönlichen Austausch (unter Beachtung von Corona-Regeln) zu treten und/oder sich online den Fragen der Studierenden zu stellen.

Dabei fiel die Auswahl neben Beratungsstellen für Menschen mit (drohender) Behinderung, Einrichtungen und Dienste, die sich auf die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben spezialisiert haben, auch auf Unternehmen, die die Charta der Vielfalt unterzeichnet haben und sich für Diversität im Arbeitsleben stark machen. Darunter waren die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB ®) der Lebenshilfe Ansbach, der Integrationsfachdienst gGmbH München-Freising, die Stiftung Pfennigparade sowie deren Tochterunternehmen Sigmeta in München, die Versicherungskammer Bayern sowie die Siemens Healthineers GmbH in Erlangen

In den live Treffen vor Ort in München und in den online Sitzungen wurde das Thema Gleichstellung lebhaft diskutiert. In diesen Gesprächen haben Studierende einen tiefen Einblick in die Themen des betrieblichen Eingliederungsmanagements gewonnen, haben erfahren, wie ein Inklusionsunternehmen funktioniert und haben ganz praktisch das tolle künstlerische und theatralische Theaterprojekt der Pfennigparade von Menschen mit Behinderung, das sich an alle Theaterfreunde richtet, kennengelernt.

Nach der Auswertung der Ergebnisse der Bildungsreise sind Studierenden zum Fazit gekommen, dass es nach wie vor Vorurteile abzubauen gilt, offen auf Menschen mit Beeinträchtigungen zuzugehen, sich von Beratungsstellen wie den EUTBs, den Agenturen für Arbeit und den Integrationsfachdiensten zu Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten beraten zu lassen. Einschränkungen durch Behinderungen können so auf vielfältige Weise kompensiert werden, dies können finanzielle Hilfen sein, Hilfsmittel am Arbeitsplatz etc.

Nicht zuletzt war diese Bildungsreise eine wunderbare Möglichkeit den eigenen Standpunkt beim Thema Gleichstellung von Menschen mit Behinderung zu reflektieren und zu lernen, in welchem wirtschaftlichen, technischen und menschlichen Umfeld Gleichstellung, Gleichberechtigung und Inklusion gelebt werden kann."

 

Text: Anna Zharko, Studentin im berufsbegleitenden Masterstudiengang Sozialmanagement, und das Team der Bildungsreise, Foto: privat