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Stress im Studium: Ergebnisse zur Nutzung von Präventionsangeboten - Projekt „Gesund studieren – Entspannt studieren“ zeigt, warum der Zugang entscheidend ist

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Wie müssen Angebote zur Stressprävention gestalten sein, damit Studierende sie auch nutzen? Das von der AOK Bayern geförderte Forschungsprojekt „Gesund studieren – Entspannt studieren in der Metropolregion Nürnberg“ ist dieser Frage in den vergangenen drei Jahren nachgegangen. Die Ergebnisse aus Befragungen von rund 750 Studierenden zeigen: Studierende haben eine hohe Stressbelastung. Nicht das Fehlen von Unterstützungsangeboten ist die größte Herausforderung, sondern dass diese Angebote für die Studierenden leicht zugänglich und verständlich sind und sich in ihren Studienalltag integrieren lassen. Die Umfrageergebnisse zeigen außerdem, dass die Präventionsmaßnahmen zur Stressreduktion an Hochschulen in der Metropolregion Nürnberg die Studierenden häufig nicht erreichen. 

„Wirksame Gesundheitsförderung beginnt nicht bei neuen Maßnahmen, sondern bei der Frage, wie Studierende Zugang zu Unterstützung finden“, sagt Prof. Dr. Dennis John, Projektleitung und Leiter des Instituts für Praxisforschung und Evaluation an der Evangelischen Hochschule Nürnberg (EVHN).

Ein wesentlicher Ansatzpunkt sind die Bedarfe der Zielgruppe. Ob Studierende sich angesprochen fühlen, entscheidet sich oft an scheinbar kleinen Punkten, etwa dem Veranstaltungstermin oder -titel. Es ist darüber hinaus eine Herausforderung, Angebotsinformationen so zu kommunizieren, dass sie auch wirklich bei den Studierenden ankommen: In der täglichen Flut an E-Mails und Social Media Posts geht die Ankündigung für einen Achtsamkeitskurs schnell unter. Dr. Karl-Hermann Rechberg, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt, ergänzt:  „Die bloße Existenz von Präventionsangeboten führt nicht automatisch zu ihrer Nutzung – entscheidend ist ihre passgenaue Gestaltung.“

Gemeinsam mit Studierenden wurden bestehende Stresspräventionsangebote weiterentwickelt und neue Ideen erprobt, die Stressbewältigung direkt im Studienalltag verankern. Ein praxisorientiertes Handbuch soll die gewonnenen Erkenntnisse für andere Hochschulen zukünftig nutzbar machen.

Horst Leitner, Direktor der AOK in Mittelfranken, betont die Bedeutung der Ergebnisse für die Gesundheitsförderung im Hochschulkontext: „Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig die Hochschule als Lebenswelt für wirksame Prävention ist: Mit frühzeitigen, niedrigschwelligen Angeboten können wir Studierende gezielt erreichen und ihre Gesundheit nachhaltig stärken.“
Auch aus kommunaler Perspektive sind die Ergebnisse relevant. Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit der Stadt Nürnberg, erklärt: „Mit dem Projekt „Gesund studieren – Entspannt studieren“ stärken wir gemeinsam mit den Hochschulen die Gesundheit junger Erwachsener in ihrer Lebenswelt, denn als Stadt Nürnberg gestalten wir durch Prävention, enge Vernetzung sowie durch das engagierte Zusammenwirken vieler Akteurinnen und Akteure aktiv gesundheitsförderliche Lebensverhältnisse für unsere Bevölkerung.“

 

Hinweis an die Redaktionen: Die Projektergebnisse werden bei einer hybriden Abschlussveranstaltung am 23. März 2026 von 9.00 bis 10.00 Uhr an der EVHN (Eingang Roonstr. 27) gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Hochschule und aus Politik (Stadt Nürnberg) und Gesundheitsförderung (AOK Bayern) vorgestellt. Wenn Sie teilnehmen möchten, melden Sie sich bitte bei www.evhn.de/irene.haffa