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60 Maßnahmen zum Klimaschutz: EVHN verabschiedet umfassendes Konzept
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) hat sich ein Ziel gesetzt: Treibhausgas-Neutralität bis 2045. Um dies zu erreichen, veröffentlicht die Evangelische Hochschule Nürnberg (EVHN) nun ein umfassendes Klimaschutzkonzept mit 60 Maßnahmen. Sie reichen von Energieeffizienz über nachhaltiges Reisen bis hin zu Klimaschutz als Thema der Lehre. Die Umsetzung läuft bereits.
In welchen Bereichen emittiert die EVHN wie viele Treibhausgase? Wo liegen Einsparpotenziale? Wo kann sie positiv wirken auch über die Hochschule hinaus? Die EVHN analysierte und bilanzierte 2024 alle ihre relevanten Emissionen. Das Ergebnis: 2023 erzeugte der Hochschulbetrieb etwa 770 Tonnen CO2-Äquivalente. Je Hochschulmitglied sind das etwa 0,64 Tonnen pro Jahr. Den Löwenanteil der Emissionen verursacht das tägliche Pendeln von rund 1.200 Studierenden mit 62 Prozent und der über 100 Mitarbeitenden mit 13 Prozent. Aber auch die Heizung mit fast 10 Prozent sowie Exkursionen mit 7 Prozent sind deutlich in der Bilanz spürbar.

Dem Bereich Mobilität widmen sich daher 16 von 60 Maßnahmen, beispielsweise die Verbesserung der Infrastruktur für (E-)Bikes, der Ausbau von Online-Formaten in internationalen Kontexten sowie ein Verbot für dienstliche Flüge, solange öffentliche Verkehrsmittel den Ort in zehn Stunden erreichen können. Zwölf Maßnahmen widmen sich dem Energieverbrauch. Mittlerweile wurden 80 Prozent der Beleuchtung gegen sparsame LED getauscht und die Heizungssteuerung der Seminarräume an den Belegungsplan gekoppelt.

Müllaufkommen und Ressourcen-Verbrauch durch die Beschaffungen der EVHN sind vergleichsweise gering – primär geht es dabei um Abwasser, Papier, Möbel und IT-Hardware. Elf Maßnahmen wurden hierfür entwickelt: vom Einsatz von Recyclingpapier über die Digitalisierung von Prozessen bis hin zur Bewerbung als Fairtrade-Hochschule.
Das größte Wirkpotential liegt an der EVHN jedoch anderswo: Die Hochschule bildet Fach- und Führungspersonal für Einrichtungen der Sozial- und Gesundheitswirtschaft sowie für Kirche und Diakonie aus. Diese können viel für den Klimaschutz und nachhaltige Arbeitsweisen tun. Sie werden in ihren Berufsfeldern durch den Klimawandel aber auch vor Herausforderungen gestellt: Hitzewellen und Extremwetter gefährden vor allem vulnerable Gruppen wie alte, kranke oder besonders junge Menschen. Die Lehrenden der EVHN prüfen daher auch zunehmend, wie sie Klimawandel und Nachhaltigkeit in Curricula verankern können.
Entwickelt wurden die Maßnahmen in einem großangelegten Beteiligungsprozess. In sechs Workshops wurden Ideen erarbeitet und dann intern abgestimmt. Die Umsetzung der Maßnahmen läuft bereits. Zehn von 60 Maßnahmen wurden vollständig oder nahezu vollständig umgesetzt. Zentral für die Entwicklung der EVHN – auch im Klimaschutz – ist der Umzug in den ECN 2026 und 2027. Im Zuge dessen werden zentrale Maßnahmen mit Investitionsbedarf umgesetzt von Photovoltaik auf dem Dach bis zu Ladesäulen in der Tiefgarage. Ziel ist es, fast alle der 60 Maßnahmen bis Ende 2030 umzusetzen. Die EVHN leistet damit einen deutlichen Beitrag zum Schutz des Klimas und der Umwelt.
Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit über die Nationale Klimaschutzinitiative aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Beantragt wurden die Fördermittel von Richard Pilhofer und Prof. Dr. Joachim König. Verfasst wurde das Konzept von Florian Kammermeier unter Zusammenarbeit mit Joshua Dietz von B.A.U.M. Consult GmbH. Administriert wurde das Projekt durch Vanessa König. Die Projektleitung lag beim ehemaligen Kanzler der EVHN, Kurt Füglein, und nach dessen Ruhestand beim aktuellen Kanzler, Christian Sandig.
Die Zusammenfassung des Klimaschutzkonzepts finden Sie hier.
Kontakt: nachhaltigkeit@evhn.de
