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„Es ist wirklich ein Zuhause geworden“

6 junge Menschen sitzen um einen Esstisch
Die aktuelle "MUT-WG" in Nürnberg-Langwasser

Dreieinhalb Jahre „Kirche gibt Raum“ – dreieinhalb Jahre MUT-Projekt in Nürnberg-Langwasser: Nach einer längeren Planungsphase und umfangreichen Vorbereitungen startete im Oktober 2022 in Nürnberg Langwasser das Wohnprojekt „Kirche gibt Raum“. Bis März 2026 haben insgesamt 14 Studierende – darunter auch EVHN-Studierende – das Angebot genutzt, kostengünstig und vor allem eingebunden in eine größere Gemeinschaft, gemeinsam in einem Haus in Langwasser zu wohnen. Immer wieder gab es Wechsel aufgrund von Auslandspraktika, Änderung des Studienortes oder einfach einer Neuorientierung. Aber es wohnen dort nach wie vor Studierende aus der Anfangsphase des Projektes, und es gab nie einen Leerstand.

Manchmal war Geduld gefragt, aber inzwischen ist die studentische WG auch für die Nachbarinnen und Nachbarn im Quartier nicht mehr wegzudenken. Es entwickelten sich freundschaftliche Beziehungen, man hilft sich und lädt sich gegenseitig ein. Daneben war die WG auch immer ein Ort persönlichen und spirituellen Wachstums, insbesondere durch die enge Verbindung zur Evangelischen Studierendengemeinde mit Pfarrerin Tabea Baader.

Aus den Erfahrungen mit dem Wohnprojekt lassen sich wichtige Erkenntnisse ableiten, wie Kirche künftig Immobilien sinnvoll nutzen kann. Eine entsprechende Konferenz wird gerade geplant.

Das Wohnprojekt der EVHN unter der Leitung von Stephan Richter und in enger Kooperation mit der Evangelischen Studierendengemeinde ist Teil der Initiative „mut – missional. unkoventionell. tandem“ der Ev.-Luth. Kirche in Bayern (ELKB): Die ELKB förderte mit insgesamt drei Millionen Euro „kirchliche Startups“, um auszuprobieren, wie Kirche an neuen Orten und in ungewöhnlichen Formen lebendig werden kann. „Missional“ meint als Teil der Missio Dei (Sendung Gottes) hingehen zu den Menschen, mit ihnen in den jeweiligen Kontexten und Milieus neue Zugänge zum christlichen Glauben entdecken. „Kirche gibt Raum“ stellt Wohnraum für Studierende zur Verfügung, aber auch Raum für Gemeinschaft, Dialog und Begegnung.                

Ab April 2026 geht das Haus jetzt zurück an das Evangelische Siedlungswerk. Die inzwischen international, interkulturell und interreligiös aufgestellte WG wird so erhalten bleiben und weiterhin ein bunter Mosaikstein im Leben Langwassers sein.

Wohnhaus in Nürnberg-Langwasser, WG-HausWas sagen die WG-Bewohnerinnen und Bewohner?

Alen Jose Anto: "My name is Alen Jose Anto, and I am from India. I have been part of this house since the very beginning of the MUT project, and over time it has become much more than just a place to live ,it became a space where cultures, ideas, and people truly connected. Living with individuals from different nationalities allowed me to not only understand others, but also to reflect on myself and grow in ways I never expected. I experienced what it really means to share, adapt, and appreciate diversity beyond just words. This house carries countless memories for me of conversations, laughter, challenges, and personal growth and it will always remain one of the most meaningful and unforgettable experiences of my life."

Sharon Varghese: "Mein Name ist Sharon Varghese und ich komme aus Indien, aus dem südlichen Teil des Landes, aus Kerala. Ich lebe nun seit über drei Jahren in diesem Haus, und mit der Zeit ist es für mich viel mehr als nur eine WG geworden – es ist wirklich ein Zuhause geworden.

Die Idee, internationale Studierende unter einem Dach zusammenzubringen, damit wir unsere Kulturen, unser Essen, unsere Traditionen und Religionen miteinander teilen können, ist eine wunderbare Initiative. Ich schätze dieses Projekt und die Menschen dahinter sehr. Besonders möchte ich mich bei Herrn Richter bedanken, der sich immer um uns gekümmert hat und jederzeit da war, wenn wir Unterstützung oder Hilfe brauchten. Von unserem Heimatland in einen völlig anderen Teil der Welt zu ziehen, war für viele von uns nicht einfach. Aber dieses Haus und die Menschen hier haben diesen Übergang viel leichter gemacht. Es gab immer jemanden zum Reden, jemanden, mit dem man ein Essen teilen konnte, oder einfach jemanden, der Verständnis hatte, wenn man eine stressige Zeit hatte.

Auch unsere Nachbarn waren unglaublich freundlich und herzlich. Sie haben uns oft zu Spielen, Abendessen oder anderen Aktivitäten eingeladen und dafür gesorgt, dass wir uns immer willkommen und einbezogen fühlen.

Es ist schwer in Worte zu fassen, wie viel mir dieses Haus und diese Gemeinschaft bedeuten. Die Menschen hier sind mehr geworden als nur Mitbewohner – sie sind Freunde geworden und in gewisser Weise eine kleine Familie fern von der Heimat. Ich bin wirklich sehr dankbar für alle, die dieses Projekt möglich gemacht haben und für die warme und unterstützende Atmosphäre, die hier geschaffen wurde. Vielen Dank für alles."

John Agbo: "Hi, My name is John Agbo and I am from Nigeria. I started living here since 01.10.2025 and I really enjoy living here. Thank you so much."

Jaewon Yoo:  "Hi I'm Jaewon Yoo from South Korea. I love this place because of cool roommates and spacious rooms. It's also nice that I can enjoy the sun in the garden!"

Chidera Ezenyirioha:  "I´m Chidera and i´m from Nigeria, I enjoy living in this House because I get to share experiences with people from different backgrounds and cultures, which to me is very important for self growth and development. I’m very happy with my flatmates they’re the best."

Kristýna Čárková: "My name is Kristýna and I come from the Czech Republic .I enjoy living in the house because it teaches me about the beautiful and interesting aspects of different cultures and how we can learn from one another. At the same time, it gives you a sense of home in a foreign country, as everyone is in a similar situation far away from home and learning about the habits and rules of a new country and environment. It offers a helping hand in moments when you need support, especially when your family is too far away to help you.

Over time, the relationship evolves from flatmates to friends and sometimes even to a substitute family. I am happy to be part of our small community, sharing our lives and little everyday adventures. It is also very comforting to come home each day to people who are there for you and to a warm, welcoming environment."

 

Danke!

Viele Menschen haben zum Gelingen des Projektes beigetragen. Ihnen gebührt Dank:

Pfarrerin Tabea Baader von der Evangelischen Studierendengemeinde für ihre Präsenz und (auch spirituelle) Begleitung der WG, Elisabeth Goppert, EVHN-Buchhaltung, EVHN-Haustechniker Andreas Lohse für die exzellente und stets schnelle Unterstützung, Markus Wolf vom Evangelischen Siedlungswerk für die verlässliche und unkomplizierte Zusammenarbeit, Kurt Füglein, ehemaliger Kanzler der EVHN, der u. a. auch mal einen Transporter organisiert hat, der direkte Nachbar Herrn Brunner, der neben anderem auch ein Bett repariert hat, das Studierendenwerk Erlangen-Nürnberg, speziell Mathias M. Meyer, das uns nicht nur einmal aus der Patsche geholfen hat, der ehemalige Fußballreporter Günther Koch aus der Siedlung, der für die Studierenden immer wieder Mentor und väterlicher Freund gewesen ist und sicherlich bleiben wird, und last but not least das Landeskirchenamt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, ohne dessen Anschubfinanzierung über die MUT-Gelder wir viele Arbeiten nicht hätten erledigen können und allen weiteren Menschen, die einfach mal vorbeigeschaut haben oder sonst Verbindung zur WG hatten oder die hier nicht erwähnt wurden.

 

Text, Bilder: Stephan Richter