Lehrgang "Traumafachberatung/Traumapädagogik mit optionaler Erweiterung in Traumapägogik"
Neuer Kurs ab Oktober 2026
Fachkräfte, die im psychosozialen Bereich tätig sind, treffen nicht selten auf Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit traumatischen Erfahrungen, die unter den entsprechenden Traumafolgestörungen leiden. Um die Betroffenen besser verstehen und begleiten sowie in der Bewältigung ihres Alltags unterstützen zu können, werden in der Weiterbildung die wesentlichen Erkenntnisse der Psychotraumatologie vermittelt. Darüber hinaus wird ihre Anwendung in der praktischen Alltagsarbeit (Stabilisierung, Information, Alltagsbewältigung und soziale Integration) mit den Betroffenen und ihren Bezugspersonen in Beratung, Pädagogik und Pflege unter Begleitung erfahrener SupervisorInnen eingeübt. Der Lehrgang wird mit dem Schwerpunkt "Traumazentrierte Fachberatung" angeboten. Gegebenenfalls ist eine Erweiterung mit der Schwerpunkt "Traumpädagogik" möglich.
Das Curriculum des Lehrgangs ist von der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie (link) nach neuen Standards (gültig seit 2017) zertifiziert.
Zielgruppen
Psycholog*innen, Ärtz*innen, Fachkräfte im Pflegebereich, Heilpädagog*innen, Sozialpädagog*innen, Erzieher*innen, seelsorgerische Berufe, Theolog*innen
Umfang
Der Lehrgang Traumazentrierte Fachberatung umfasst insgesamt 150 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten (inklusive Supervisionseinheiten und Abschlusskolloquium):
7 Wochenendseminare à 16 UE (freitags 10:00 – 18:00, samstags 9:00 - 17:00 Uhr)1 Wochenendseminar à 14 UE (Freitag 10:00 - 18:00, Samstag 9:00 - 15:30)3 Gruppensupervisionen (freitags 13:00 - 18:30, samstags 10:00 - 15:30)Abschlusskolloquium von 10:00 - 16:30Bei der optionalen Erweiterung "Traumapädagogik" 2 weitere Wochenendseminare (insg. 30 UE)
Der Workload der Weiterbildung entspricht ca. 270 Stunden inklusive Selbstlerneinheiten (mit der Erweiterung Traumapädagogik insg. 330 Stunden inklusive Selbstlerneinheiten)
Zulassungsvoraussetzungen
Psychologischer, pädagogischer oder verwandter Hochschul- oder Fachhochschulabschluss oder abgeschlossene Berufsausbildung sozialadministrativer, erzieherischer oder pflegerischer Berufemindestens dreijährige Berufserfahrung in einem relevanten Praxisfeldpsychische Stabilität
Über Ausnahmen entscheidet die Lehrgangsleitung. Der Erwerb des Zertifikats der DeGPT/FV-TP ist jedoch nur möglich, wenn die genannten Voraussetzungen erfüllt sind.
Inhalte und Termine
30./31.10.2026
Einführung in die Psychotraumatologie I und zentrale Aspekte traumasensibler Arbeit I
Geschichte der Psychotraumatologie
Basisstrategien traumzentrierter Arbeit
Modelle im Traumaverständnis
Überblick zu traumazentrierten Arbeitsfeldern
Traumasensible Haltung
Selbstfürsorge- und Mitarbeiter/-innenfürsorge
13./14.11.2026
Praxis und Reflexion I
Reflexion der eigenen beruflichen Rolle
Beziehungsgestaltung in traumazentrierten Arbeitsbereichen I
15./16.01.2027
Praxis und Reflexion II
Selbsterfahrung
Beziehungsgestaltung in traumazentrierten Arbeitsbereichen II
19./20.02.2027
Zentrale Aspekte traumasensibler Arbeit; Ebenen der Stabilisierung (individuell und milieuspezifisch)
Traumafolgeproblematik
Traumaspezifische Behandlungsmethoden
Psychische Stabilisierung und Affektregulation Grundwissen I
12./13.03.2027
Ebenen der Stabilisierung III; Traumaverarbeitung und Integration in beraterischen und pädagogischen Kontexten
Körperliche Stabilisierung
Interaktionelle Elemente der Stabilisierung
Traumaspezifische Krisenintervention
Traumaverarbeitungsprozesse (Umgang, Unterstützung und Begleitung)
Schwerpunkt Traumazentrierte Fachberatung
16./17.04.2027 (Samstag 9:00 – 15:30 Uhr)
Grundlagen der Beratungsplanung; Möglichkeiten und Grenzen der Beratung
Grundlagen der Beratungsplanung
Orientierung Beratungsplanung und Planungsprozess an verschiedenen Variablen
Möglichkeiten und Grenzen
04./05.06.2027
Traumaspezifische Beratung mit verschiedenen Zielgruppen; Möglichkeiten und Grenzen
Beratung im Kontext Migration/Flucht und sexualisierter Gewalt sowie in Risikoberufen
Lebensphasenspezifische Beratung
Traumasensibles Gestalten des Endes der Beratungsbeziehung
Indikationen zur Weiterverweisung in andere Therapieformen
Stabilisierung (Fortsetzung)
02./03.07.2027
Ebenen der Stabilisierung (individuell und milieuspezifisch) II
Psychische und körperliche Stabilisierung, Affektregulation (Vertiefung)
Soziale Stabilisierung
Optionaler Schwerpunkt Traumapädagogik
Dieser wird nur angeboten, wenn eine Anzahl von mindestens 11 Anmeldungen hierfür eingegangen ist.
23./24.07.2027 (Fr 10:00 - 17:15 Uhr; Sa 9:00 – 16:15 Uhr)
Grundlagen der Traumapädagogik I und II, Spezielle Traumapädagogik
Allgemeine Grundlagen
Vertiefung traumapädagogischer Haltung
Bindungs- und beziehungsorientierte Pädagogik
Traumasensible Elternarbeit
17./18.09.2027
Spezielle Traumapädagogik I und II
Umgang mit dissoziativem störungswertigem Verhalten
Traumapädagogische Gruppenarbeit
Traumapädagogische Stabilisierung
Beziehungsdynamik: Übertragung, Wiederholung und Erwartung
Supervisionen
Aus den folgenden Terminen müssen drei Supervisionen gebucht werden. Diese finden in Gruppen mit maximal neun Teilnehmenden statt:
11.06.27
12.06.27
18.06.27
19.06.27
09.07.27
10.07.27
24.09.27
25.09.27
08.10.27
09.10.27
Kolloquium: 23.10.2027
Abschluss
Diploma der Evangelischen Hochschule Nürnberg (EVHN) und auf Wunsch Zertifikat der DeGPT/BAG.
Voraussetzungen für die Zertifizierung durch die DeGPT/BAG und für den Abschluss der EVHN:
Teilnahme an allen Seminartagen. Teilnahme an den Supervisionen. Eine Fallvorstellung (aus dem Bereich der Traumafachberatung) und eine Projektvorstellung (mündlich und schriftlich) am Kolloquiium. Bei der Wahl des zusätzlichen Schwerpunktes „Traumapädagogik“ noch eine weitere Fallvorstellung aus dem Bereich der Traumapädagogik (mündlich und schritlich)
Lehrgangsgebühren
3.990,00 € (inkl. Supervisionen, Abschlusskolloquium und Lehrgangsmaterialien - Print und virtuell - sowie Seminargetränke und Pausensnacks)
Bei Wahl des zusätzlichen Schwerpunktes "Traumapädagogik"
4.780,00 € insgesamt
Bei Erfüllung der Voraussetzungen zusätzlich 65,00 Euro für das Zertifikat der DeGPT.