Bachelor Heilpädagogik 

Profil des Studiengangs

Der Bachelorstudiengang Heilpädagogik an der Evangelischen Hochschule Nürnberg (EVHN) vermittelt entsprechend der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) und des Fachqualifikationsrahmens Heilpädagogik die Grundlagen und Kompetenzen zur Entwicklung einer professionellen Haltung und  von professionellen Maßnahmen zu individuellen Förderungen und Unterstützungen und zur Umsetzung der Inklusion.
Der Studiengang Heilpädagogik, Heilpädagogik verstanden als Handlungswissenschaft, bezieht  in seiner theoretischen Begründung und in seiner Vermittlung von Kompetenzen zur praktischen Umsetzung auch das Wissen und die Erkenntnisse aus den Bezugswissenschaftenein, z.B. aus der Psychologie, der Medizin, der Soziologie, der Ethik, den Rechtswissenschaften.

Die Bundesrepublik Deutschland hat im Jahr 2009 die UN-BRK ratifiziert. Der daraus resultierende Rechtsanspruch auf individuelle Förderung und gemeinsame Erziehung und Bildung von Menschen mit und ohne Behinderung ändert auch die Ansprüche an bisherige Betreuungs-, Erziehungs- und Bildungseinrichtungen (Alten-, Pflege-, Kinderheime, Kindertagesstätten, Horte, Betreutes Wohnen, alle Schultypen, Hochschulen und Universitäten, Institutionen der Erwachsenenbildung u.a.).
Alle Erziehungs- und Bildungsprozesse zielen auf Chancengleichheit in der Bildung und auf eine gleichberechtigte Teilhabe am politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben.
Ein weiteres Ziel ist die Integration und die Gewährleistung, allen Menschen einen selbstbestimmten Platz in einer barrierefreien Gesellschaft zu ermöglichen.

Im „Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ (UN-BRK) ist in
Artikel 3 – Allgemeine Grundsätze vereinbart:
a. die Achtung der dem Menschen innewohnenden Würde, seiner individuellen Autonomie, einschließlich der Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen, sowie seiner Unabhängigkeit;
b. die Nichtdiskriminierung;
c. die volle und wirksame Teilhabe an der Gesellschaft und Einbeziehung in die Gesellschaft;
d. die Achtung vor der Unterschiedlichkeit von Menschen mit Behinderungen und die Akzeptanz dieser Menschen als Teil der menschlichen Vielfalt und der Menschheit;
e. die Chancengleichheit;
f. die Zugänglichkeit;
g. die Gleichberechtigung von Mann und Frau;
h. die Achtung vor den sich entwickelnden Fähigkeiten von Kindern mit Behinderungen und die Achtung ihres Rechts auf Wahrung ihrer Identität.


Der Beruf der Heilpädagogin / des Heilpädagogen

Heilpädagoginnen und Heilpädagogen sind Experten und Partner in der Beratung, Förderung, Bildung und Begleitung von Menschen mit Beeinträchtigungen und ihres sozialen Umfeldes. Sie fördern und begleiten Menschen jeglichen Alters, die ihren Alltag aufgrund körperlicher, geistiger oder seelischer Beeinträchtigung nicht alleine bewältigen können und heilpädagogische Unterstützung beanspruchen.
Sie tragen mit dazu bei, Einschränkungen der Teilhabe am normalen Alltag abzubauen, um gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.
Heilpädagoginnen und Heilpädagogen analysieren mit Hilfe diagnostischer Verfahren die jeweiligen Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten, erarbeiten individuelle pädagogische Konzepte und führen die hieraus abgeleiteten pädagogischen Maßnahmen durch.
Je nach Alter und Bedarfen vermitteln sie z.B. (außer-) schulische oder berufliche Förderung, organisieren zwischenmenschliche Kontakte, beraten Angehörige, unterstützen in Konfliktsituationen oder betreuen Rehabilitationsmaßnahmen.
Heilpädagogische Professionalität findet ihren Ausdruck nicht nur in einer spezifisch heilpädagogischen Handlungs- und Reflexionskompetenz, sondern auch in Kenntnissen über soziale und gesellschaftliche Herausforderungen. die Verknüpfung von Theorie und Praxis wird im Studiengang Heilpädagogik der EVHN im Rahmen inklusiver Ziele vermittelt vermittelt.

 Aufbau des Studiums

Die Dauer des Studiums beträgt sieben Semester in Vollzeit und umfasst 210 ECTS. Das vierte Semester ist als Praxissemester vorgesehen.
Das Studium ist in Module untergliedert, die sowohl wissenschaftliche Grundlagen der Heilpädagogik und ihrer Nachbardisziplinen als auch Fragestellungen aus der Praxis beinhalten:

• Allgemeine Heilpädagogik I
• Beratung und Kommunikation
• Recht I
• Wissenschaftliches Arbeiten, sozialwissenschaftliche Forschung
• Recht II
• Heilpädagogische Anthropologie
• Medizinische Grundlagen
• Erziehungswissenschaftliche Grundlagen
• Handlungskonzepte und Methoden
• Heilpädagogische Förderschwerpunkte
• Profilmodul I
• Wahlfach
• Praxissemester
• Studienschwerpunkt I
• Studienschwerpunkt II
• Allgemeine Heilpädagogik II
• Psychologische Grundlagen
• Sozialmanagement
• Diagnostik und Beratung
• Heilpädagogische Forschung
• Anthropologische Grundlagen und Berufsethik
• Soziologie und Sozialpolitik
• Profilmodul II
• Bachelorarbeit / Bachelorseminar

 Methoden und Verlauf

Das Studieren in kleinen Gruppen ermöglicht eine dialogische und subjektorientierte Lehr-Lern-Konzeption. Die Kompetenzen und praktischen Erfahrungen der Studierenden werden in die Lehrveranstaltungen miteinbezogen, es wird fallbezogen, projektorientiert und mit Präsentationen gearbeitet. Lehrbeauftragte aus unterschiedlichen Praxisfeldern, z.B. aus dem Bereich der Konduktiven Förderung, werden in der Lehre eingesetzt und begleiten die Studentinnen und Studenten optional auch während des Praxissemesters.
In den Modulen des ersten Studienabschnitts (1. bis 3. Semester) werden zum einen Grundlagen der Heilpädagogik, des wissenschaftlichen Arbeitens, des Rechts und anderer Kompetenzbereiche vermittelt, zum anderen Vertiefungen zur heilpädagogischen Themen und spezifisch heilpädagogisch anwendbarer Methoden und Förderkonzepte angeboten. Das vierte Semester umfasst das Praxissemester in Form eines Vollzeitpraktikums, das in einschlägigen heilpädagogischen Einrichtungen absolviert werden muss.
Die Module des zweiten Studienabschnitts (5. bis 7. Semester) umfassen weitere Vertiefungen zur Heilpädagogik, vermitteln spezifische heilpädagogische Inhalte, dienen der Vertiefung spezifischer Themenfelder und der individuellen Schwerpunktbildung der Studierenden.
Im siebten Semester wird die Bachelorarbeit erstellt.


Zulassungsbedingungen

  1. Zugelassen werden: Abiturientinnen und Abiturienten mit allgemeiner, fachgebundener Hochschulreife oder Fachhochschulreife, Meisterinnen oder Meister oder ihnen Gleichgestellte sowie beruflich Qualifizierte (zwei Jahre einschlägige Berufsausbildung und drei Jahre einschlägige Berufserfahrung nach erfolgreichem Abschluss eines Probestudiums), Absolventinnen oder Absolventen von Fachschulen und Fachakademien.
  2. Die Bewerberinnen und Bewerber müssen bei Studienbeginn ein mindestens sechswöchiges Praktikum in einer sozialen bzw. heilpädagogischen Einrichtung nachweisen, dies entfällt für qualifizierte Berufstätige, sofern die berufliche Qualifikation fachlich verwandt ist.


Zulassung


Studienanfänger werden im Bachelor-Studiengang Heilpädagogik nur zum Wintersemester (1. Oktober) aufgenommen. Der Bewerbungszeitraum beginnt am 1. Mai und endet am 15. Juni (Ausschlussfrist). 

Das Bewerbungsverfahren erfolgt online. Bitte lesen Sie die Infos hier durch: www.evhn.de/studieninfo.html
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