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2. Forum Forschung • Entwicklung • Transfer, bitte beachten: neuer Beginn: 10.30 Uhr
21.01.2016 09:30

1. Vortrag fällt leider kurzfristig aus, Beginn: 10.30 Uhr. Am 21. Januar 2016 findet das zweite Forum Forschung - Entwicklung - Transfer an der EVHN statt, einer offenen Veranstaltung für Lehrende, Mitarbeitende, Studierende und die interessierte Öffentlichkeit mit Beiträgen über laufende und abgeschlossene Forschungs- und Entwicklungsprojekten der EVHN. Die Themen: Das Wechselmodell - von der Forschung in die Praxis; MigrantInnen in erzieherischen Hilfen – zur Rekonstruktion weiblicher Erfahrungsprozesse im europäischen Vergleich; Ältere Patienten in der Notaufnahme – wie kann die Qualität der geriatrischen Notfallversorgung verbessert werden?;  Verfall der innerparteilichen Demokratie? Oder: Das (glücklicherweise nicht völlige) Scheitern eines ambitionierten Forschungsprojekts  und  Inklusive Bildung – ein Thema für die Jugendsozialarbeit an Schulen in Nürnberg? 9.30 bis 15.30 Uhr an der EVHN.


Programm 21.1.2016 – 9.30 bis 15.30 Uhr - Raum 1.15



Hildegund Sünderhauf
Das Wechselmodell - von der Forschung in die Praxis

Wechselmodell bedeutet abwechselnde, möglichst paritätische Kinderbetreuung nach Trennung und Scheidung. Kinder wohnen dann zum Beispiel eine Woche bei der Mutter und eine Woche beim Vater. Was heute/das/ zentrale Diskussionsthema im Familienrecht, unter psychosozialen Professionen und getrennt erziehenden Eltern ist, war vor einigen Jahren noch völlig unbekannt. Prof. Dr. Hildegund Sünderhauf hat 2013 in einem Standardwerk "Wechselmodell: Psychologie - Recht - Praxis" (Springer VS) den psychologischen Forschungsstatus zu diesem Thema publiziert, die rechtliche Situation analysiert und daraus Empfehlungen für die Praxis abgeleitet. Sie referiert zum einen die wesentlichen Inhalte und zentralen Kernaussagen zu diesem Thema, zum anderen beschreibt sie den Weg von der wissenschaftlichen Erkenntnis bis zur Änderung in Gesetzgebung und Rechtsprechung - der noch lange nicht am Ende ist - und die Wechselwirkung zwischen gesellschaftlicher Entwicklung und wissenschaftlichem und rechtspolitischem Diskurs.


Edina Normann
MigrantInnen in erzieherischen Hilfen – zur Rekonstruktion weiblicher Erfahrungsprozesse im europäischen Vergleich

Aneignungsprozesse sozialer Dienstleistungen durch diese Zielgruppe stehen im Mittelpunkt der Untersuchung: ‚Was wird als unterstützend erlebt? Was kann ‚genutzt‘ werden für die weitere biografische Entwicklung?‘ Mithilfe problemzentrierter Interviews werden deren Erfahrungsmuster und Verstehenskonzepte rekonstruiert. Ziel ist es, praxisrelevante Erkenntnisse über die Wirksamkeit dieser Betreuungssettings zu gewinnen, um dadurch die ‚Passgenauigkeit‘ der Maßnahmen hinsichtlich ihrer Flexibilität und Individualität aufzuzeigen und mögliche Veränderungsoptionen anzuregen.


Susanne Schuster
Ältere Patienten in der Notaufnahme – wie kann die Qualität der geriatrischen Notfallversorgung verbessert werden?

Die vulnerable Patientengruppe der geriatrischen Notfallpatienten zeichnet sich durch eine vorliegende Komplexität, Multimorbidität und meist vielschichtige Pflegesituationen aus. Um dieser Patientengruppe eine qualitativ hochwertige Versorgung bieten zu können, muss deren Bedürfnissen und Besonderheiten künftig mehr Beachtung geschenkt werden. In dem interdisziplinären Forschungsprojekt GeriQ wurden in den letzten drei Jahren evidenzbasierte und praxisrelevante Qualitätsindikatoren für die Notfallversorgung von älteren Patienten entwickelt. Über eine Methodentriangulation, angelehnt an das Instrument QUALIFY, wurden neben einer systematischen Literaturrecherche auch ein interdisziplinär besetztes Expertenpanel und 25 Notaufnahmen bei der Entwicklung einbezogen. Die Entwicklung dieser Qualitätsindikatoren hat nicht nur national, sondern auch international das Interesse der notfallmedizinischen und geriatrischen Fachgesellschaften geweckt, was eine künftige Implementierung in die Praxis unterstützt.

Uwe Kranenpohl
Verfall der innerparteilichen Demokratie? Oder: Das (glücklicherweise nicht völlige) Scheitern eines ambitionierten Forschungsprojekts

Schon Robert Michels konstatierte um 1900 ein Defizit innerparteilicher Demokratie auch in demokratischen Parteien. Auch die meisten gängigen Analysen gehen davon aus, dass die Einflussmöglichkeiten der Parteimitglieder gegenüber der Parteiführung seit dem Zweiten Weltkrieg kontinuierlich gesunken sind. Da "Einfluss" oft aber "hinter der Bühne" der Parteitage erfolgt, ist dieses Phänomen empirisch schwer zu fassen. Das vorgestellte Forschungsprojekt schlägt daher einen anderen Weg zur Erfassung von Einfluss vor, der grundsätzlich auch retrospektive Analysen ermöglicht. Im Feld zeigten sich aber unerwartete Schwierigkeiten.


Andrea Zeus
Inklusive Bildung – ein Thema für die Jugendsozialarbeit an Schulen in Nürnberg?

Im Rahmen des zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht abgeschlossenen Forschungsprojektes „Soziale Teilhabe in der Schule und über sie hinaus – Die Perspektive Nürnberger JaS-Fachkräfte auf ihre Rolle und Aufgaben im Kontext inklusiver Bildung“ werden JugendsozialarbeiterInnen, die an unterschiedlichen Schularten in Nürnberg tätig sind, zu ihren Erfahrungen und ihrer Rolle im Kontext aktueller Entwicklungen wie der Beschulung von Flüchtlingen und der Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung befragt. Im Verlauf der qualitativ angelegten Voruntersuchung wird schon bald deutlich, dass zu diesem Thema großer Diskussionsbedarf besteht, dass die Suche nach Antworten gerade aufgrund der Aktualität der Fragestellung immer wieder neue Fragen aufwirft und dass einige vorab entwickelte, theoriegeleitete Hypothesen sich nur bedingt auf den praktischen Arbeitsalltag der JugendsozialarbeiterInnen an Schulen übertragen lassen. Als interessant erweist sich besonders die Frage nach Gelingensfaktoren für die Umsetzung eines inklusiven Bildungsanspruchs aus Sicht der Jugendsozialarbeit an Schulen, denn hier werden neben den Herausforderungen, die die Bewältigung der oben genannten Entwicklungsaufgaben für Schule und Jugendhilfe mit sich bringt, vor allem auch Ressourcen und Entwicklungspotentiale deutlich. Gerade an diesen Aspekten kann und soll im Rahmen der noch folgenden, breiter angelegten quantitativen Befragung angeknüpft werden.



gez. Senatsausschuss für Forschung – i.V. Prof. Dr. Joachim König – Vizepräsident für Forschung


  Veranstaltungsort:
Evangelische Hochschule Nürnberg
Bärenschanzstraße 4, 90429 Nürnberg

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