Evangelische Hochschule Nürnberg | www.evhn.de

Zertifikatslehrgang "Mediation in sozialen Beziehungen (insbesondere Familie und Arbeitswelt)"
09.02.2018  - 29.09.2018

Mediation ist eine moderne und zugleich sehr traditionelle Art der Konfliktvermittlung in Familien, Personengesellschaften, Organisationen und Einrichtungen im öffentlichen Bereich. Der interdisziplinäre Ansatz der Mediation betont die Eigenverantwortlichkeit der am Konflikt Beteiligten. Ziel der Mediation ist die konstruktive, einvernehmliche und eigenverantwortliche Beilegung von Konflikten durch die Beteiligten selbst, unter Beachtung ihrer unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse.


Grundkompetenzen für Mediator/innen sind Fähigkeiten 
  • zur empathischen, wertschätzenden ermutigenden und befähigenden Kommunikation (Gesprächsführungs - und Verhandlungs-kompetenz),
  • einer neutralen, allparteilichen, regelungsoffenen (lösungsoffenen) Haltung
  • zum konstruktiven Umgang mit Konflikten, auch bei hochkonflikthaften  Beteiligten (Konfliktkompetenz),
  • zur kritischen Selbstreflexion, zum konstruktiven Umgang mit eigenen Gefühlen (soziale Kompetenz).
Zertifizierte Mediator/innen haben vielfältige Möglichkeiten sich beruflich einzubringen. Bedarfe finden sich u.a. in familiären, öffentlichen, wirtschaftlichen und schulischen Bereichen.

Gesetzliche Grundlagen
In den Paragraphen §§ 5, 6 Mediationsgesetz (MedG) werden die Grundlagen einer zertifizierfähigen Mediationsausbildung geregelt. Die Ausbildung zum zertifizierten Mediator setzt die Einhaltung der inhaltlichen Vorgaben der nach § 6 MedG zu erlassenden Rechtsverordnung voraus. Die Inhalte dieses Zertifikatslehrgangs orientieren sich dabei an den Vorgaben der Ausbildungsverordnung (ZMediatAusbV) mit einer Gesamtdauer von mindesten 120 (Zeit-) Präsenz Stunden.

Zielgruppen
Sozialpädagog/innen, Mitarbeitende in Jugendämtern und Jugendhilfeeinrichtungen, Supervisor/innen, Coaches

Umfang
120 (Zeit-)Stunden in Präsenz

Inhalte und Termine
Modul 1 (Fr 09.02 – Sa 10.02.2018)
  • Ursachen/Entstehen von sozialen Konflikten/Konflikttheorien /Konfliktkompetenz
  • Bedeutung eigenverantwortlicher Konfliktregelung durch Mediation
  • Persönliche Kompetenz/Haltung/Rollenverständnis in Mediation
  • Einführung in die und Grundlagen der Mediation, insbesondere Ziel und Zweck von Mediation/ Prinzipien, Ablauf und Phasen der Mediation
  • Abgrenzung zu streitigen Verfahren und zu anderen alternativen Konfliktregelungsverfahren
  • Überblick über die Anwendungsfelder von Mediation
 

Modul 2 (Fr 23.02. – Sa 24.02.2018)
  • Einzelheiten zu den Phasen der Mediation, Vorbereitung der Mediation, Mediationsplan,
  • externe und interne Vereinbarung zur Mediation, Details zur Stufenstruktur,
  • Abschlussvereinbarung (Memorandum)/ Dokumentation, Protokollführung, Nachbereitung der Mediation
  • Einzelheiten vertieft an einem Konfliktbeispiel aus der Familie

Modul 3 (Fr 23.03 – Sa 24.03.2018)
  • Konfliktkompetenz (Konflikttypen, Konfliktfaktoren, -dynamik, Konfliktanalyse)
  • Konflikteskalation, Eskalationsstufen (Glasl)
  • Besonderheiten unterschiedlicher Settings in der Mediation, insbesondere Einzelgespräche, Co-/Teammediation, Mehrparteienmediation, Shuttle-Mediation
  • Einzelheiten vertieft an einem Fallbeispiel aus der Arbeitswelt


Modul 4 (Fr 20.04. – Sa 21.04.2018)

  • Verhandlungstechniken und Verhandlungskompetenz, insbesondere Grundlagen der Verhandlungsanalyse, intuitives, distributives Verhandeln; Harvard Modell, gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg,
  • Umgang mit schwierigen Situationen
  • Techniken zur Entwicklung und Bewertung von Konfliktregelungen
  • Visualisierungs- und Moderationstechniken
  • Einzelheiten vertieft an Fallbeispielen aus der Wirtschaftswelt

Modul 5 (Fr 04.05. – Sa 05.05.2018)

  • Gesprächsführung, Kommunikationstechniken, insbesondere Grundlagen der Kommunikation, 4-Ohren Prinzip nach Schultz von Thun, verbale und nonverbale Kommunikation,
  • Fragetechniken
  • Einzelheiten vertieft an Fallbeispielen aus der Familie

Modul 6 (Fr 07.06. – Sa 08.06.2018 mit Supervision)
  • Persönliche Kompetenzen von Mediator/innen
  • Rollenverständnis/Rollenkonflikte
  • Aufgabe und Selbstverständnis von Mediator/innen
  • Wertschätzung/Empathie/Engagement
  • Umgang mit eigenen Gefühlen
  • Selbstreflexion


Modul 7 (Fr 06.07. – Sa 07.07.2018)
  • Recht der Mediation, insbesondere rechtliche Rahmenbedingungen, Grundlagen des Rechtsdienstleistungsgesetzes, Einbettung in das Recht von Grundberufen
  • Mediationsvertrag, Berufsrecht, Verschwiegenheit, Vergütungsfragen, Haftung und Versicherung
  • Recht in der Mediation, insbesondere Abgrenzung zulässiger Information zu unzulässiger Rechtsberatung
  • Rolle externer Berater in der Mediation
  • Bedeutung und Durchsetzbarkeit einer Abschlussvereinbarung/Fragen zur Vollstreckbarkeit
 

Modul 8 (Fr 27.07. – Sa 28.07.2018)

  • Freiwilligkeit versus Pflicht zur Mediation
  • Geeignetheit von Mediation/ Grenzen von Mediation
  • Typische Fallen im Erstkontakt und auf den Stufen von Mediation
  • Mediation und Widerstand/ konstruktiver Umgang mit Widerstand
  • Ausgleich von Stärken und Schwächen
  • Umgang mit Hierarchien
  • Ethische Grundsätze für Mediation


Anfertigung/Abgabe der Fallarbeit:
10.09.2018

Feierlicher Abschluss der Ausbildung und Zertifikatsübergabe:
29.09.2018

Zeitstruktur:
Fr:  09.00 - 18.30 Uhr        8,5 Zeitstunden
Sa: 09.00 – 16.30 Uhr      6,5 Zeitstunden

Summe 120 (Zeit)Präsenz Stunden

Dozentinnen und Dozenten
RA Prof. Dr. Roland Proksch,
Mediator BAFM/BMWA mit langjährigen praktischen Mediationserfahrungen aus eigener Praxis, Lehre, Forschung und Fortbildung (seit 1989).

Abschluss
•    Zertifikat der Evangelischen Hochschule Nürnberg (EVHN) Mediatorin (FH)/Mediator (FH)
Voraussetzung:
  • Teilnahme an allen acht Präsenzmodulen (120 Präsenzstunden), Akzeptanz der Abschlussarbeit
  • bzw. Zertifizierte Mediatorin gemäß RVO nach einer während des Ausbildungslehrganges oder innerhalb eines Jahres nach dessen erfolgreicher Beendigung als Mediator oder Co-Mediator selbst durchgeführten und selbst organisierten Mediation mit anschließender Supervision und Supervisionsbestätigung. Diese Mediation und diese Supervision ist nicht im Lehrgang und nicht in der Lehrgangsgebühr enthalten und muss selbst organisiert werden.

Zulassungsvoraussetzungen gemäß § 2 ZMediatAusbV
•    berufsqualifizierender Abschluss einer Berufsausbildung oder eines Hochschulstudiums und
•    eine mindestens 2-jährige praktische berufliche Tätigkeit nach Abschluss der Berufsausbildung oder des Hochschulstudiums.
Über Ausnahmen entscheidet die Ausbildungsleitung

In der Ausbildung geht es um praktische Übungen, Rollenspiele, an eigenständige Kleingruppenarbeit innerhalb und außerhalb der Präsenzmodule. Deshalb wird die Bereitschaft erwartet, dass sich die Teilnehmenden entsprechend aktiv einzubringen.

Teilnehmer/-innen
Maximal 16 Personen


Lehrgangsgebühr
2.350 Euro regulär, 2.250 Euro für Alumni der EVHN
inklusive Hausarbeitskorrektur und Lehrgangsmaterlialien sowie Seminargetränke und Pausensnacks

Das Anmeldeformular finden Sie hier.
  Veranstaltungsort:
Evangelische Hochschule Nürnberg
Bärenschanzstraße 4, 90429 Nürnberg

Zurück zur Veranstaltungsliste