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Zahlreiche Studierenden-Projekte mit Flüchtlingen
04.02.2016

Im Rahmen des Studiums haben alle EVHN-Studierenden der Studiengänge Gesundheit und Pflege die Aufgabe, ein Projekt mit Menschen, die sozial benachteiligt sind, durchzuführen. Ziel ist neben dem Erproben der theoretischen Inhalte des Projektmanagements, der gesellschaftliche Bezug nach dem Bildungsbegriff von Klaffki. Aufgrund der aktuellen Situation lag im vergangenen Semester der Schwerpunkt auf Projekten mit Flüchtlingen, wie z.B. Plätzchen backen oder Bouldern mit unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen oder Deutsch lernen in Gemeinschaft. Die Aktivitäten finden in Kooperation mit Einrichtungen statt, so dass professionelle Helfer inhaltlich sehr hilfreich unterstützen. Die Erfahrungen der Studierenden sind sehr eindrücklich durch den direkten Kontakt und die Einrichtungen wünschen sich häufig eine Fortführung der Aktivitäten, was zwar nicht immer, aber manchmal leistbar ist. 


 
Deutsch lernen in Gemeinschaft für Menschen mit Migrationshintergrund

Im Rahmen eines regelmäßigen Gruppenangebots des CVJMs gestalteten die Studierenden ein Treffen. Ziel war es, zu verschiedenen Themen den Wortschatz zu erweitern, das Verstehen zu verbessern und die Scheu vor dem Sprechen abzubauen. Den Studierenden, teilweise als Pädagogen in der Pflege tätig, war es wichtig, dass die TeilnehmerInnen nicht nur trocken Wörter und Ausdrücke lernen, sondern auch Spaß dabei haben. Deshalb überlegten Sie sich Alltagssituationen aus den Bereichen Krankenhaus, Apotheke und Arztpraxis, die gemeinsam mit den gespielt wurden. Da das Sprachniveau sehr unterschiedlich war, wurden die Aufgaben entsprechend angepasst. Aus den Dialogen ergaben sich Fragen, so dass die jeweilige Thematik individuell vertieft werden konnte. Die TeilnehmerInnen verloren im Laufe des Treffens die Scheu zu reden und alle hatten gemeinsam viel Spaß.


Bouldern mit minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen

Mit dem gemeinsamen Bouldern sollte den Jugendlichen einen ihnen neue Möglichkeit der sportlichen Freizeitgestaltung angeboten werden. Die Boulderwelt Regensburg war bereit, den Eintritt und die notwendige Ausrüstung unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Erst dadurch war die Durchführung überhaupt möglich. Nachdem die Jugendlichen den Bus verpassten, haben die Studierenden einen Kleinbus organisiert, so dass das Bouldern trotzdem stattfinden konnte. Nach einer Stunde war körperliche Erschöpfung bei allen TeilnehmerInnen zu beobachten. Bei ausgelassener Stimmung mit Bananen, Nüssen und Getränken ließen Flüchtlinge, Studierende und Helfer die Aktion gemeinsam ausklingen.


Plätzchen backen mit unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen

Ziel dieser Gruppe war es, den minderjährigen Jugendlichen geläufige Weihnachtsbräuche zu vermitteln. Dabei sollte bewusst auf die Religion als häufig trennendes Element verzichtet werden. So entstand die Idee, gemeinsam mit den Jugendlichen Plätzchen zu backen. Als dann zwei Studierende und eine Studentin zur Aktion kamen, waren die Jugendlichen zunächst der Meinung, dass die Studenten Bäcker sein müssten, denn aus welchem Grund sollten sonst Männer backen? Doch schnell ließen sich die männlichen Jugendlichen auf die aus ihrer Sicht weiblichen Tätigkeiten ein und übernahmen eigene Verantwortung für das Plätzchen backen. So kamen zur Vermittlung von Weihnachtsbräuchen auch die Auseinandersetzung mit einem anderen Rollenverständnis von Mann und Frau und ein eigenes Einlassen auf aus Sicht der männlichen Jugendlichen weiblichen Tätigkeiten. Beim gemeinsamen Zusammensitzen schmeckten die Plätzchen Allen und die Jugendlichen waren glücklich, dass noch genügend übrig waren, um das vorweihnachtliche Zusammensitzen bei Plätzchen wiederholen zu können.


Kleidersammlung für die Erstaufnahme-Einrichtung Regensburg

Kleider werden an vielen Stellen für Flüchtlinge abgegeben, da es eine gute Möglichkeit ist, den eigenen Bestand auszumisten. Nicht immer ist das Ergebnis hilfreich. Manche Kleidungsstücke sind für die Jahreszeit oder generell für die Situation der Flüchtlinge nicht brauchbar, anderes fehlt. Deshalb haben die Studierenden in Kooperation mit Campus Asyl eine systematische Kleidersammlung durchgeführt. Der Kleiderbedarf wurde nach Geschlecht und Altersgruppen genau festgelegt. Dies war die Basis für eine zielgerichtete Sammlung im weiteren persönlichen Umfeld. Das Ergebnis war eine Reihe von zielgerichteten Spenden. Das einzige was in der Sammlung gefehlt hat, war in der Liste Sonstiges ein Fahrrad.




Text: Prof. Dr. Christine Güse, Gesundheits- und Pflegemanagement




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