7. Forum Forschung Entwicklung Transfer
05.07.2018 09:30

Eine offene Veranstaltung für Lehrende, Mitarbeitende, Studierende und für die interessierte Öffentlichkeit mit Beiträgen aus laufenden und abgeschlossenen Forschungs- und Entwicklungsprojekten an der EVHN. Die Themen beim 7. Forum am 5. Juli 2018 (9.30 bis 15.30 Uhr): Migration und Religion – Globale Perspektiven in ihrer Bedeutung für formale und non-formale Bildungsprozesse, Wie Teilhabe funktionieren kann, Was wirkt wie? – Ansätze zur Analyse und Messung von Wirkungen in der Sozialen Arbeit, Welchen Menschen braucht das nachhaltige Wirtschaften?, und Ein Mittel gegen „Bulimie-Lernen“? Langfristige Lerneffekte von Planspielen. Herzliche Einladung an alle Interessierten. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.



9.35 Uhr – 10.30 Uhr
Migration und Religion – Globale Perspektiven in ihrer Bedeutung für formale und non-formale Bildungsprozesse
Prof. Dr. Kathrin Winkler

Migrationsforschung kann nicht getrennt von der Geschichte und Gegenwart von Religio-nen betrieben werden. Es stellen sich dabei grundlegende Fragen zum Zusammenhang von Migration und Religion: Wie können religiöse Traditionen verstanden werden, wenn sie un-ter der Perspektive von Migration betrachtet werden? Inwiefern beeinflussen religiöse Gemeinschaften die Erfahrungen von Flüchtlingen? Wie können religiöse Akteure antworten auf das, was die amerikanische Soziologin Saskia Sassen unter neuartigen Migrationsströmen versteht, die sich auszeichnen durch Fluchtbewegungen von unbegleiteten Minderjäh-rigen, durch die Vertreibung von religiösen Minderheiten sowie durch die Flucht aus Kriegsgebieten und geplünderten Lebensräumen? Wie können Religionen einen normativen Beitrag leisten zur öffentlichen Debatte über Migration und Flüchtlinge? Alleine diese wenigen komplexen Fragestellungen verdeutlichen die Herausforderungen, die sich für schulische wie außerschulische Bildungsprozesse ergeben und denen im Vortrag nachgegangen werden soll.



10.30 Uhr – 11.30 Uhr
Wie Teilhabe funktionieren kann
Prof. Dr. Klaus Schellberg

Mit dem Bundesteilhabegesetz wird die UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland umgesetzt, und es wird an vielen Stellen Neuland betreten: Die Anwendung des ICF ("International Classification of Functioning, Disability and Health"; Klassifikation der Weltgesundheitsorganisa-tion) zur Gesamtplanung, die Auflösung der stationären Einrichtungen und die Trennung in Fachleistung und existenzsichernde Leistungen sind drei der großen Themen. Doch wie können diese gesetzlichen Anforderungen umgesetzt werden? Derzeit werden in den Bundesländern zwischen Leistungsträgern und Leistungserbringern die Rahmenvereinbarungen noch verhandelt – und es stockt allzu oft. In diesem Beitrag werden die kritischen Themen herausgearbeitet und Lösungsvorschläge, die sich aus verschiedenen Modellprojekten ergeben, vorgestellt.



11.30 Uhr – 12.30 Uhr
Was wirkt wie? – Ansätze zur Analyse und Messung von Wirkungen in der Sozialen Arbeit
Sebastian Ottmann M.A.

Die Frage nach der Wirkung von Dienstleistungen und Interventionen in der Sozialen Arbeit und Sozialwirtschaft gewinnt an Dynamik. Häufig ist aber fraglich, ob auch immer Wirkun-gen gemessen werden, wenn dies behauptet wird. Der Beitrag versucht eine Bestimmung des Begriffs ‚Wirkung‘ sowie eine sozialwissenschaftliche Klärung der Potenziale und Grenzen von Wirkungsanalyse und Wirkungsmessung. Er stellt mit dem ‚Wirkungsradar‘ einen Werkzeugkasten vor, welcher am Institut für Praxisforschung und Evaluation entwickelt wurde. Damit ist es möglich, unter bestimmten Bedingungen eine differenzierte und all-tagstaugliche Bestimmung von Wirkungen im Sinne von kausalen Mechanismen vorzunehmen. Darüber hinaus soll der Analyseansatz nicht nur zeigen, dass etwas wirkt, sondern - durch die Rekonstruktion von Wirkmechanismen - auch warum. Auf diese Weise entsteht ein fachlicher und konzeptioneller Nutzen für die verschiedenen Felder, Dienste und Ein-richtungen der Sozialen Arbeit.




13.30 Uhr – 14.30 Uhr
Welchen Menschen braucht das nachhaltige Wirtschaften?
Prof. Dr. Arne Manzeschke

Nachhaltigkeit ist zu einem der zentralen Orientierungsbegriffe des Wirtschaftens und der Wirtschaftsethik avanciert. Die theoretische Diskussion um Begriff und praktische Konzepte haben in den letzten Jahren eine enorme Ausdifferenzierung erfahren. Eine große Heraus-forderung besteht darin, die Debatten um Nachhaltigkeit mit wirtschaftsphilosophischen und wirtschaftsethischen Überlegungen zu verbinden. Der homo oeconomicus hat faktisch abgewirtschaftet, sowohl theoretisch wie auch praktisch haben sich die Grundannahmen des Modells (rationales Entscheiden, Wohlinformiertheit, Präferenzenstabilität, Nutzenmaximierung) als unzutreffend erwiesen. Wie aber soll und kann man ›den Menschen‹ in öko-nomischen Zusammenhängen wahrnehmen und konzeptualisieren? Wie lassen sich diese Elemente mit dem Konzept der Nachhaltigkeit zusammendenken? Der Vortrag geht diesen Fragen anhand einiger Thesen nach.



14.30 – 15.30 Uhr
Ein Mittel gegen „Bulimie-Lernen“? Langfristige Lerneffekte von Planspielen
Prof. Dr. Uwe Kranenpohl

Planspiele als neue didaktische Lernformate werden zunehmend auch an Hochschulen eingesetzt und sollen nicht nur das Lehrangebot abwechslungsreicher gestalten, sondern auch zu einer besseren Vermittlung von Inhalten beitragen. Dabei wird vermutet, dass Studie-rende im Planspiel behandelte Gegenstände besser „behalten“ als bei herkömmlichen Me-thoden (oder gar dem berüchtigten „Bulimie-Lernen“). Bislang fehlten aber empirische Untersuchungen zur Überprüfung der Annahme. Durch die Begleitforschung zum an der EVHN regelmäßig durchgeführten Politik-Planspiel „EuropaPolitik erleben!“ lässt sich somit erstmals zeigen, dass die Lernfortschritte bei dieser Methode größer und dauerhafter sind als bei herkömmlichen Vorlesungen.


Veranstaltungsort:
Evangelische Hochschule Nürnberg
Bärenschanzstraße 4, 90429 Nürnberg

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