Gemeinschaftserlebnis – inklusiv!
07.07.2018

Die UN-Behindertenrechtskonvention leben – wie ist das möglich? Am 13. Juni 2018 fand auf dem Gelände der Edelweißhütte bei Deckersberg (Hersbrucker Schweiz) ein inklusiver Aktionstag statt. Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren 11 Bewohnerinnen und Bewohner vom Haus Sonnenstrahl in See und 21 junge Menschen aus ganz Bayern. Hinter diesem Aktionstag steht ein Konzept, welches von einem dreiköpfigen Projektteam des Masterstudienganges Sozialmanagement der EVHN entwickelt wurde. Das Ziel ist die Förderung der Umsetzung der in der UN-Behinderungsrechtskonvention formulierten vollen und wirksamen Teilhabe von Menschen mit Behinderung an der Gesellschaft.

 

Vormittags begann das Programm mit Aktivitäten bei denen das gegenseitige Kennenlernen im Vordergrund stand, wie ein „Speed-Dating“ bei dem sich je ein Mensch mit Behinderung und zwei junge Menschen gegenübersaßen und sich über vorgegebene Fragestellungen zwei bis drei Minuten austauschten. In geselliger Runde wurde das Mittagessen in der Gastronomie der Edelweißhütte genossen. Nachmittags standen weitere Aktivitäten auf dem Programm. Zu bewältigen war von den Teilnehmenden ein „Flugzeugabsturz“ bei dem sich jeder eine andere Beeinträchtigung zugezogen hatte – wie z.B. Blindheit oder gebrochene Gliedmaßen. Die Aufgabe war nun, gemeinsam zu einem definierten Landeplatz des Rettungshubschraubers zu gelangen, wobei jeder mit seinen Fähigkeiten dazu beitragen konnte, die Behinderungen der anderen zu kompensieren.

Zum Abschluss wurde abends noch gemeinsam gegrillt. Die Aufgaben, wie Salate zubereiten, Buffet gestalten, Grillen, Getränkeversorgung, etc. übernahmen gemischte Teams.

In der Praxis zeigen sich neben guten Ansätzen noch viele Begrenzungen, Schranken und Hürden für die Realisierung dieser Ziele, wie z.B. Begegnungs- und Berührungsängste sowie Unsicherheit aufgrund von Unwissenheit vonseiten nichtbehinderter Bürger.

Ein äußerst wirksames Mittel, um Begrenzungen zu beseitigen, ist Information und konkreter zwischenmenschlicher Kontakt, verknüpft mit positiven Erlebnissen.

Daher wurde ein flexibles, niederschwelliges Begegnungs-Konzept erarbeitet. Die vorwiegende Zielgruppe, der Menschen ohne Behinderung, sind hierbei junge Menschen, da diese jetzt und später die Zukunft unserer Gesellschaft gestalten werden.

Wie bei dem vorgestellten Aktionstag besteht das Bestreben darin, den Menschen ohne Behinderung, ein Kennen- und Schätzenlernen der Qualitäten von Menschen mit Behinderung nahezubringen, praktische Informationen durch konkrete gemeinsame Erfahrungen zu vermitteln, gemeinsam Freude zu erleben und dadurch Berührungsängste abzubauen. Überdies soll Interesse und Verantwortungsübernahme für den inklusiven Themenkomplex ebenso geweckt werden wie Neugier an weiteren inklusiven Begegnungen.

„Das müsst ihr unbedingt wieder machen!“ So Rückmeldungen von den Teilnehmenden an das Projekt-Team, oder: „Sehr nett waren alle!“ „Hat viel Spaß gemacht!“ „Am schönsten waren die gemeinsam zu bewältigenden Aufgaben!“



Text: Anderson Brito für das Projekt-Team, Foto: privat



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