Studierende machen sich stark für eine professionelle Notfallpflege
10.01.2018

Die Ergebnisse einer Untersuchung (2016) von Studierenden über das Aufgabenprofil von Notfallpflegern wurden 2017 und 2016 national und international dem Fachpublikum präsentiert und wurden kürzlich in der Zeitschrift „Pflegewissenschaft“ (11/12-2017, S. 517-527) veröffentlicht, Das hat eine breite Diskussion zur Rolle der Notfallpflege in Deutschland angeregt. Als Fazit ihrer Untersuchung ziehen die Studierenden, dass es zu definieren gilt, welche Rolle das Pflegeteam selbst einnehmen möchte: „Erfüllungsgehilfe einer anderen Profession oder eigenverantwortliche und selbstbestimmte Expertinnen und Experten in den individuellen Bedarfen der Patientinnen und Patienten?“

 


Hintergrund:



Im Rahmen der Vertiefung Akutpflege haben die Studierenden, Marc Dittrich, Bianca Giersig und Thilo Rothfuß, aus dem Studiengang Health: Angewandte Pflegewissenschaften unter Leitung von Prof. Dr. Susanne Schuster im Sommersemester 2016 ein Praxisprojekt im Auftrag von Uwe Stadelmeyer, Klinikpflegedienstleitung am Klinikum Nürnberg, bearbeitet. Arbeitsauftrag war die Analyse des tatsächlichen Aufwands der „eigentlichen“ pflegerischen Tätigkeit in einer Notaufnahme.



Literaturrecherchen zeigten, dass zum Tätigkeitsprofil von Notfallpflegenden und ihrer Erfassung in der Notaufnahme wenig bekannt ist. Aus diesem Grund wurden zur Beantwortung der Fragestellung Interviews mit Expertinnen und Experten der Notfallpflege geführt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Arbeit in der Notaufnahme hohe Anforderungen an die dort tätigen Pflegenden stellt. Das Aufgabengebiet ist sehr vielfältig und deckt ein breites Spektrum ab. In der Akutsituation fallen jedoch auch viele Assistenztätigkeiten und Aufgaben an, die der ärztliche Dienst an Pflegende delegiert. Pflegerische Aufgaben hingegen, wie die Förderung des Selbstmanagements oder Unterstützung der Patientinnen und Patienten, werden dadurch vernachlässigt.



Als Fazit ziehen die Studierenden, dass es zu definieren gilt, welche Rolle das Pflegeteam selbst einnehmen möchte: „Erfüllungsgehilfe einer anderen Profession oder eigenverantwortliche und selbstbestimmte Expertinnen/Experten in den individuellen Bedarfen der Patienten“. Zudem wird empfohlen die gewonnenen Erkenntnisse in einem größeren Rahmen zu überprüfen und hierzu Notfallpflegenden in der Breite zu befragen. Im Auftrag des Klinikum Nürnbergs ist dies für 2018 geplant.



Diese Ergebnisse wurden bereits auf dem 6. Nürnberger Adventssymposium - Notfall- und Intensivmedizin (12/2016), dem 10th European Congress of Emergency Medicine in Wien (10/2016) und dem 3. Notfallpflegesymposium in Berlin (11/2017) präsentiert und diskutiert.

Eine Veröffentlichung in der Zeitschrift Pflegewissenschaft (11/12-2017) führte zu einer noch breiteren Diskussion innerhalb der pflegerischen Berufsgruppe, aber auch unter den verschiedenen in einer Notaufnahme tätigen Berufsgruppen.





Text: Prof. Dr. Susanne Schuster



Foto: 3. Notfallpflegesymposium an der Charité Berlin vom 23.11.2017. Präsentation der Ergebnisse.



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