Projektmanagement-Seminar bereichert auch menschlich
27.04.2017

Im ersten Semester aller Gesundheits- und Pflegestudiengänge führen die Studierenden ein Projekt mit einer sozialen Randgruppe durch. Hier erproben sie die theoretischen Grundlagen des Projektmanagements. Gleichzeitig sollen entsprechend des Bildungsbegriffs nach Klaffki gesellschaftliche Bezüge hergestellt werden. Die Studierenden lassen sich sehr offen auf die von ihnen gewählte Zielgruppe ein. Die meisten Studierenden sind berührt von der Offenheit derer, die am Rande der Gesellschaft stehen und empfinden den Kontakt mit ihnen als eine große Bereicherung.


 
Ein großer Teil der Projekte wurde aufgrund der aktuellen Situation mit Flüchtlingen durchgeführt. Der Fokus lag in diesen Projekten auf den jungen Menschen. Es gab eine Faschingsfeier mit Flüchtlingskinder, um Ihnen Abwechslung und Lebensfreude zu geben und die deutsche Kultur näher zu bringen. In einer Mittelschule (5. Klasse) wurden zwei Schulstunden zur spielerischen Integration gestaltet. Über ein Gruppenpuzzle konnten z.B. alle Schülerinnen und Schüler eigene familiäre oder kulturelle Aspekte den anderen vermitteln. Im Feedback zwei Wochen nach dieser Aktion teilte der Lehrer mit, dass dies der Türöffner für ein Aufeinander Zugehen war. Ein anderes Projekt vermittelte jungen Flüchtlingen im erwerbsfähigen Alter alltagspraktische und berufsrelevante Kompetenzen. Um Flüchtlinge über eine Integration ins Vereinsleben zu integrieren wurde mit der Freiwilligen Feuerwehr eine Übung durchgeführt zu der Flüchtlinge eingeladen wurden. Drei Flüchtlinge sind nun aktive Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr.

Der zweite Schwerpunkt der Projekte lag bei sozial benachteiligten Menschen. Eine Projektgruppe sammelte Weihnachtsgeschenke nach Wunsch für sozial benachteiligte Kinder, die sie im Rahmen eines Spielenachmittags übergeben haben. Die Zeit, die sich die Studierenden genommen haben, war für die Kinder vielleicht noch wichtiger als das Geschenk. Aber auch Erwachsende wurden bedacht. So gab es ein Kickertunier in der Wärmestube, eine Weihnachtstombola und eine Sammelaktion von Lebensmitteln für die Erlanger Tafel. In der mudra wurde ein gemeinsames Frühstück durchgeführt. Viele waren erfreut über das Interesse unserer Studierenden an diesen Menschen.

Dieses Jahr gab es auch in Projekt mit Menschen mit Behinderung. Im Anschluss an ihre Mittagspause wurde eine besondere Pause gestaltet, die der intensiveren Erholung dienen sollte, um damit die Konzentration nach der Pause wieder zu erhöhen.

Die gemeinsamen Aktivitäten brachten die Studierenden den Flüchtlingen, den sozial benachteiligten Menschen und den Menschen mit Behinderung näher, das Verständnis und das Einfühlungsvermögen für diese ist gewachsen. In einzelnen Fällen ist auf Wunsch schon eine Wiederholung des Projektes geplant.


Text: Prof. Dr. Christine Güse




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